Neue Helm-Norm ECE 22.06

Helme müssen, das ist allen Bikern bekannt, bestimmte Zulassungskriterien erfüllen. Von Nation zu Nation zwar oftmals unterschiedlich, so ist doch der Begriff ECE-Norm eigentlich jedem Biker hinlänglich bekannt. Die derzeit aktuelle ECE ist die ECE 22.05, und das auch nicht erst seit gestern, sondern nunmehr schon seit fast 20 Jahren!

Über die neu reformierte ECE 22.06 und deren Inhalte sollte eigentlich im kommenden Mai entschieden werden, vermutlich wird sich dies zwar aufgrund der aktuellen Ereignisse verzögern. Doch die neue Norm kommt. Fakt ist auch, das den Herstellern dann nur 3 Jahre bleiben, Ihre Helme auf die neue Norm anzupassen. Mit Hilfe der neuen 22.06er Norm sollen neben dem eigentlichen Helm besonders auch Visiere besser geprüft und somit deutlich sicherer werden.

Was bedeutet das für den aktuellen Helm Zuhause ?

Nach Beschluss der neuen Norm gilt eine Übergangsfrist von 3 Jahren. Nicht nur für den Hersteller und die Aktualisierung der eigenen Modellpalette, sondern auch für den bereits gekauften Helm zuhause in der Garage. Somit ist die Nutzung derzeit zumindest noch bis ins Jahr 2023 gesichert.

Was ändert sich überhaupt ?

Die Prüfungsvorgaben werden überarbeitet, die Helme künftig anders geprüft. Im konkreten bedeutet das z.B. das generell mit einer höheren Aufprallgeschwindigkeit an einem frei definierbaren Punkt am Helm geprüft werden kann. Bei der bisherigen Norm war der Aufprallpunkt festgelegt, so dass die Hersteller gezielt darauf hin entwickeln konnten.  Klapp- und Jethelme werden künftig sowohl auf- als auch zugeklappt geprüft, bzw. Jethelme mit und auch ohne ansteckbaren Kinnschutz. Wie bereits erwähnt will man auch den Visieren mehr Aufmerksamkeit schenken, so werden hier z.B. auch integrierte Sonnenvisiere genau geprüft und müssen künftig beim Test heruntergeklappt werden. Ferner müssen Visiere ab sofort den Aufprall einer Stahltestkugel mit einer Geschwindigkeit von 60m/s überstehen können. Zubehörmaterial für Helme ist nur noch dann zulässig, wenn es entsprechend mitgeprüft wurde. Wird nachträglich diverses Zubehör am Helm montiert oder nachgerüstet, so muss der Helm entsprechend nachgeprüft werden da er ansonsten die Zulassung verliert ! Betreff diverser Halterungen von sogenannten Action Cams ist jedoch bisher keine Regelung getroffen. Dies war bereits bei den bisher genutzten Helmen eine Grauzone.

Das beste Highlight kommt jedoch zum Schluss, vermutlich zur Freude der Warnwestenfraktion und zum Graus eingefleischter Biker. Helme der Norm 22.06 müssen künftig mit reflektierenden Oberflächen oder alternativ dazu mit reflektierenden Aufklebern versehen sein. Diese können auch zusammen mit einem entsprechenden Hinweis zur korrekten Montage dem Helm beigelegt werden.

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